Jahresrückblick 2015

31.12.2015
Wer nicht genießt, ist ungenießbar.
Konstantin Wecker

Willkommen zu meinem kulinarischen Rückblick auf das Jahr 2015. Genau wie in 2014 war es ein Jahr voller neuer Rezepte und Genüsse. Ich freue mich immer riesig, wenn ich liebe und positive Rückmeldungen von Euch erhalte - das ist das Salz in meiner Bloggersuppe! Mögt Ihr mit mir nochmal auf das Küchenjahr Revue passieren lassen? Na, dann kommt mal mit...

das Geschmackshighlight
Für mich war das absolute Geschmackshighlight in 2015 unser Grilltriathlon auf dem Weber Kugelgrill: 3-2-1-Ribs, Beer Butt Chicken und Pulled Pork, für das wir extra morgens um 4 aufgestanden sind. Bisher hatten wir immer nur Steaks und Bratwurst im Schnellverfahren gegrillt, aber diese long jobs machen richtig Spaß, fordern ein bißchen Beschäftigung mit dem Grill und Zubehör und das Ergebnis ist mehr als phantastisch.


die kulinarische Neuentdeckung
Zum ersten Mal habe ich Quinoa verwendet und er hat uns richtig gut geschmeckt. Leider ist es allerdings bei der einmaligen Verwendung als Zucchinischiffchen mit Quinoa, Hack und Feta geblieben, aber für das kommende Jahr wird er öfter auf dem Speiseplan stehen.


Wiederholungstäter
Neben meinen Dauerbrenner Bavette mit Cocktailtomaten, auch Friß-mich-dumm-Nudeln (ungeachtet jeder Grammatik) genannt, gab es auch das ein oder andere Mal die Hühnersuppe mit Nudeln und Eierstich, weil sie so ein schönes, wohliges Soulfood ist.


die größte Sauerei in der Küche
Die größte Sauerei war das Quittenentsaften, was zu allem Übel auch nicht erfolgreich war. Der gewonnene Saft wollte einfach nicht natürlich, also nur mit Zucker, gelieren. Gelierzucker konnte ich auch keinen mehr zufügen, da das Ganze schon pupesüß war. Also blieb nur der Ausguß, nichtmal für einen Likör hätte es getaugt. Aber ich gebe ja nicht auf, für das kommende Jahr habe ich schon einen Schlachtplan, damit mir sowas nicht mehr passiert. Ein Foto von dieser Sauerei gibt es nicht...

größte Überraschung
Man kann aus Bacon Marmelade herstellen - und was für eine! Die Bacon Jam hat uns wirklich aus den Socken gehauen und auch alle die, die sie probiert haben.


größte Enttäuschung
Die größte Enttäuschung erlebten wir in der Bullerei von Tim Mälzer in Hamburg. Unser Essen war sehr fade abgeschmeckt, das Fleisch hatte aufgrund des Zuschnitts alle Gargrade vereint - das hatten wir uns anders vorgestellt. Trotzdem war es ein schöner Abend in seinem Restaurant und der anschließende Dom-Besuch hat so einiges wieder gut gemacht.

das schönste Foto
Wie ja viele von Euch wissen, fotografiere ich ja ausschließlich mit meinem iPhone 4s, ich habe einfach keine Lust auf eine große Kamera, Bildbearbeitung und das ganze Gedöns. Ich finde, daß sich meiner Fotos trotzdem sehenlassen können, es ist halt, wie es ist und wie es auf den Tisch kommt. Und wenn im Winter kein Tageslicht mehr da ist, dann muß eben die Deckenlampe der Küche ausreichen. Mein liebstes Bild ist in 2015 das Zwirbelbaguette tricolori in den Landesfarben und Geschmäckern meines Herzlandes Italien. Der Teig ist gewürzt mit Parmesan, Basilikum und Tomate und es ist genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte.


das schlimmste Foto
Auflauf - wie zur Hölle soll man einen Auflauf schön knipsen? Selbst bei bestem Tageslicht bleibt er, was er ist: ein Auflauf. Überbacken, alles darunter unsichtbar. Aber saulecker, so wie dieser überbackene Brokkoli mit Schinkenstreifen und Käse-Béchamel-Sauce.


was mich die meisten Nerven gekostet hat...
Für mich ist Kochen Entspannung pur, also hat mich auch nichts Nerven gekostet - das lasse ich nicht zu. In der Regel versuche ich keine allzu aufwendigen Rezepte, was nicht heißt, daß ich mich da nicht rantrauen würde. Ich finde, Zubereitung und Genuß müssen in einem verträglichen Verhältnis stehen.

der größte Lerneffekt
Bei guter Planung kann ich problemlos ein Dreigang-Menü für mehrere Leute servieren. Meine Freundin warf mir im Spaß die drei Zutaten Rindfleisch, Kresse und Kartoffeln um die Ohren und wollte wissen, was ich daraus machen würde. Sie hat bekommen: als Vorspeise Ziegenfrischkäsemousse im Salatbett auf Rote-Bete-Carpaccio mit Mango-Olivenöl-Dressing und Chili-Parmesan-Hippen, im Hauptgang Kartoffel-Pilz-Risotto mit Steakstreifen vom rückwärts gebratenem Entrecôte und Kresse-Mandel-Pesto und als Dessert Vanille-Panna Cotta mit Prosecco-Pfirsich-Gelee. Und ich glaube, sie war zufrieden damit... und ich richtig stolz auf mich ;o)

Eure Favoriten aus 2015
Für mich ist es immer interessant, welches Rezepte bei Euch am Besten ankommen und oft bin ich überrascht, welche es sind. Von allen Rezepten, die ich 2015 veröffentlicht habe, wurde diese drei am häufigsten angeclickt:
  
http://greenway36food.blogspot.de/2015/12/lachs-tiramisu.html http://greenway36food.blogspot.de/2015/04/pudding-schmandkuchen-mit-himbeeren.html http://greenway36food.blogspot.de/2015/01/weltbeste-jagersauce-oder-doch-eher.html


Ich wünsche mir für 2016 ganz viele neue Rezeptideen
und die nötige Zeit zum Kochen und Backen!

Monatsmosaik Dezember 2015

30.12.2015
Der Dezember ist eigentlich der Monat, in dem es hier das ein oder andere Keksrezept gibt, aber aufgrund des milden Wetters kam keine richtige Weihnachtsstimmung und die Lust zum Backen auf. Und auch so habe ich nicht viel ausprobiert. Aber was es auf den Blog geschafft hat, war ausnahmslos lecker, allem voran die Fenchel-Pasta mit Chili-Knoblauch-Knusperbröseln.

Das war der Dezember im Greenwaycastle:
 
 
Mini-Käsekuchen ohne Boden
  Übernacht-Butterhörnchen
One Pan Pasta Bolo-Style
Rendang ~ indonesisches Rinderschmorfleisch
Fenchel-Pasta mit Chili-Knoblauch-Knusperbrösel
ofengerösteter Blumenkohl mit tomatiger Würzpaste
Marmor-Schmalznüsse
Lachs-Tiramisù

Vielleicht habt Ihr Lust und geht nochmal stöbern?!

Mini-Käsekuchen ohne Boden

28.12.2015
Liebt Ihr auch Käsekuchen? Die von der Sorte, die am Gaumen kleben und so richtig schön saftig sind? Dann hätte ich da ein Rezept für Euch, das von einer Bekannte aus meinem Heimatdorf stammt und das ich seit Jahren immer wieder gern backe. Ich habe es in meiner kleinen Springform von 18 cm gebacken, für eine 26 cm Springform verdoppelt das Rezept einfach.


Zutaten
  • 3 Eier, Gr. M
  • 175 g Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 125 g geschmolzene Butter
  • 3 leicht gehäufte EL Weichweizengrieß
  • 500 g Magerquark
  • Saft und Abrieb einer halben Bio-Zitrone
Eier trennen, Eiweiß steifschlagen. In einer weiteren Schüssel Eigelbe mit Zucker, Zitronenabrieb und Vanillezucker gründlich verrühren. Quark, Butter, Gries und Zitronensaft zugeben und alles gründlich verrühren. Eiweiß unterheben.


Backpapier in den Boden einer kleinen Springform von 18 cm einklemmen und die Masse einfüllen. 


Backofen auf 160°C Umluft vorheizen und den Kuchen auf der 2. Schiene von unten ca. 55 Minuten backen, bis er am Rand goldgelb ist. 


Auf einem Rost in der Form vollständig abkühlen lassen. Wenn Ihr das doppelte Rezept in einer 26er Springform backt, braucht er ca. 5 Minuten länger.

Übernacht-Butterhörnchen

26.12.2015
Und wieder ein Rezept, bei dem der Teig über Nacht im Kühlschrank schläft und am anderen Morgen nur noch in Form gebracht und gebacken werden muß. Die Hörnchen haben durch den mit Butter geschichteten Teig eine schön lockere Krume, die leicht aufblättert und sie schmecken sowohl mit süßen als auch mit herzhaften Belägen. Wer die Hörnchen süßer mag, erhöht einfach den Zuckeranteil auf 150 g.


Zutaten 
für 8 große Hörnchen
  • 500 g Mehl, Type 405
  • 5 g Salz
  • 1 Tütchen Trockenhefe
  • 50 g Zucker
  • 40 g saure Sahne
  • 2 Eier, Gr. M
  • 180 g Wasser
  • 40 g Sahne
Mehl, Salz, Trockenhefe und Zucker in der Schüssel der Küchenmaschine vermischen. In der Mitte eine Mulde formen und die weiteren Zutaten zugeben. Alle Zutaten kurz auf Stufe 1 miteinander vermischen und dann auf Stufe 2 für 8 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Backofen mit einem Rost auf unterster Schiene auf 50 Grad Umluft vorheizen, ausschalten und Backofenlampe anlassen. Schüssel mit Küchenhandtuch abgedeckt eine Stunde in den Backofen stellen.  


Arbeitsplatte leicht bemehlen, Teig draufkippen und durchkneten. In 8 gleichmäige Portionen teilen, ich wiege ihn dazu immer ab. Jede Portion rund auf 20 cm Durchmesser ausrollen.


Einen Springformboden über Kreuz mit zwei ca. 50 cm langen Bahnen Klarsichtfolie auslegen und die erste Teigplatte darauf mittig platzieren. 
  • 70 g sehr weiche Butter 
Mit 10 g der Butter einreiben, das geht am besten mit den Fingern, und so die 8 Tegplatten schichten, die oberste wird nicht mit Butter eingerieben, sondern etwas bemehlt. Es macht nichts, wenn die einzelnen Platten nicht 100% kreisrund sind und ganz bündig übereinander liegen.


Folie locker überschlagen, so daß der Teig bedeckt ist, aber noch aufgehen kann.  Springformrand umlegen und wenn vorhanden, Deckel auf die Springform machen. Wenn nicht, mit Alufolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank parken. Am nächsten Morgen auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen, Folie entfernen und auf eine Größe von 40 cm rund ausrollen. In 8 Kuchenstücke mit einem Pizzaschneider oder Kuchenrädel teilen und diese von der breiten Seite her aufrollen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und je vier Hörnchen leicht gekrümmt drauflegen. 30 Minuten ruhenlassen, dann den Backofen auf 190°C U/ O vorheizen.


Zutaten für die Eistreiche
  • 1 Eigelb, Gr. M
  • 2 EL Milch
Eigelb durch ein Sieb streichen, um die Hagelschnüre zu entfernen und ein glattes Eigelb zu bekommen. Gründlich mit der Milch verrühren und die Hörnchen damit einpinseln. 


Das erste Blech auf der zweiten Schiene von unten 25 Minuten backen, bis die Hörnchen goldgelb sind. Dann das zweite Blech abbacken. Wer möchten, kann auch beide Bleche gleichzeitig auf 170°C Umluft abbacken, ich empfehle jedoch Unter- und Oberhitze. Auf einem Rost abkühlen lassen und genießen, am Besten schmecken sie noch leicht warm. 

One Pot Pasta Bolo-Style

23.12.2015
Jetzt hat mich die Kocherei von Pasta mitsamt Sauce in nur einem Topf oder Pfanne auch erreicht. Was mir gut gefällt ist, daß sich die Nudeln gleich mit dem Geschmack vollsaugen und das Ganze ein wunderbar cremige Konsistenz bekommt. Mit einem Wort: saulecker! Das Rezept ergab bei uns drei Portionen und demnächst werde ich es mal abwandeln und das Hack gegen Gemüse austauschen.


Zutaten
  • 2 EL Öl
  • 250 g Hack nach Wahl, ich hatte Thüringer Mett
  • 1 Zwiebel, in feinen Würfeln
Öl in einer beschichteten Pfanne, zu der es einen Deckel gibt oder einem Topf, erhitzen und Hack darin krümelig anbraten. Sobald es anfängt zu knistern, Zwiebeln dazugeben und 2 Minuten mitbraten.

  • 300 g Spaghetti, in der Mitte durchgebrochen
  • 150 g Cocktailtomaten, halbiert
  • 3 ordentlich gehäufte EL Tomatenmark
  • 1 EL Balsamicoessig
  • 1 Prise Chiliflocken oder Pul Biber
  • 1 Prise Zucker
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL Salz
  • etwas Pfeffer
  • 850 ml Wasser
Zutaten zugeben, zudeckeln und aufkochen lassen. Hitze reduzieren und ca. 15-20 Minuten bei aufgelegtem Deckel köcheln lassen, dabei alle 5 Minuten umrühren. Die Pasta sollte noch leicht Biß haben und die Flüssigkeit fast verdampft sein. Mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

Rendang ~ indonesisches Rinderschmorfleisch

15.12.2015
Im Jahr 2011 wurde Rendang bei einer Onlinebefragung von CNN International zum schmackhaftesten Gericht der Welt gewählt, und wer es einmal nachgekocht hat, der weiß warum. Das indonesische Schmorgericht enthält eine Vielzahl von Gewürzen und ist mir erstmalig bei einer Reistafel in den Niederlanden serviert worden. Damals habe ich es ob der großen Anzahl von Schüsselchen mit Köstlichkeiten gar nicht so richtig wahrgenommen, deswegen soll es heute ganz allein zu Ehren kommen. Im Original wird auch noch Galgantwurzel und Zitronengras verwendet, da ich aber beides nicht Zuhause hatte, mußte es auch so gehen. Das Rezept ist für zwei Personen, allerdings empfehle ich wegen der langen Schmorzeit gleich die Zubereitung einer größeren Portion.


Zutaten für die Würzpaste
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 g Schalotten, geputzt gewogen
  • 2 cm frischer Ingwer, geschält
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel 
  • 1 rote Chilischote, Kerne und Trennwände je nach Schärfeverträglichkeit entfernt
Alle Zutaten in einen hohen, schmalen Becher geben und mit dem Zauberstab zu einer Paste pürieren. Wenn man das Rezept vervielfacht, kann man die Paste auch in einem Foodprocessor herstellen.
  • 2 EL Öl
  • 500 g Rindergulasch, in 2 cm großen Würfeln
  • 330 ml ungesüßte Kokosmilch
  • 3 getrocknete Kaffirlimettenblätter, alternativ Lorbeerblätter
  • 1 EL Palmzucker, alternativ brauner Zucker
Öl in einem Schmortopf erhitzen und Fleisch darin rundherum scharf anbraten. Herausnehmen und beiseite stellen, dann die Paste in den Topf geben und 3 Minuten bei etwas reduzierter Hitze anschmoren. Fleisch hinzugeben und gut umrühren, bis alle Fleischstücke mit der Paste überzogen sind. Kokosnußmilch, Palmzucker und Kaffirlimettenblätter zugeben und umrühren. Hitze reduzieren, so daß es ganz leicht köchelt und mit einem Deckel zudecken, so daß noch ein Spalt offenbleibt. 1,5 - 2 Stunden sanft köcheln lassen lassen. Von Zeit zu Zeit umrühren, damit das Fleisch nicht ansetzt. Wenn die Flüssigkeit fast verdampft und das Fleisch zart ist, Deckel abnehmen und nochmals die Hitze erhöhen. Die Flüssigkeit sollte fast vollständig verdampfen und die Fleischstücke sollen von der Sauce umhüllt sein. Ein sicheres Zeichen ist, wenn sich das Öl wieder absetzt. Mit Salz abschmecken.


Am Besten das Rendang abkühlen lassen und bis zum nächsten Tag kühlzustellen, damit sich die Aromen intensivieren. Vor dem Servieren dann ganz langsam erwärmen. Es kann aber auch sofort gegessen werden. Dazu schmeckt Reis oder auch Nudeln.

Fenchel-Pasta mit Chili-Knoblauch-Knusperbrösel

09.12.2015
Ich gehe jede Wette ein: dieses Gericht schmeckt auch denjenigen, die von sich behaupten, sie würden nie und nimmer Fenchel essen. Die Knusperbrösel geben der Pasta den ganz besonderen Pfiff, sie sind würzig und crunchy zugleich, was dem eher 'langweiligen' Fenchel richtig gut tut. Die Portion reicht für ungefähr drei Personen.


Zutaten für die Knusperbrösel
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 kleine rote Chilischote, fein gewürfelt
  • 60 ml Olivenöl
  • 60 g Pankomehl, ersatzweise Paniermehl, möglichst grob
  • 1 Prise Fleur de Sel
  • Fenchelgrün, fein gehackt
  • Abrieb einer Bio-Zitrone
Das Öl in einer kleinen, beschichteten Pfanne erhitzen, Hitze etwas reduzieren und Knoblauch, Chili und Panko dazugeben. So lange unter Rühren rösten, bis das Pankomehl leicht Farbe bekommt. Auf einem Teller ausgebreitet leicht abkühlen lassen, dann Fleur de Sel, Fenchelgrün und Zitronenabrieb untermischen.

Zutaten für die Fenchel-Pasta
  • 60 ml Olivenöl
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
  • 3 Sardellenfilets (Anchovis)
  • 2 Fenchelknollen, geputzt ca. 500-600 g, geviertelt, in 0,5 cm dicken Scheiben
  • 300 ml Hühnerbrühe, ersatzweise Gemüsebrühe
  • Saft einer kleinen Biozitrone
  • ca. 1 TL Salz und etwas Pfeffer
Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, ich nehme eine Wokpfanne. Zwiebel, Knoblauch und Sardellen darin anschwitzen, bis die Zwiebeln glasig sind und sich die Sardellen aufgelöst haben. Fenchel dazugeben und kurz anschwitzen. Hühnerbrühe angießen, Hitze reduzieren und so lange schmoren lassen, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

In der Zwischenzeit
  • 250 g Pasta nach Wahl (z.B. Penne)
in Salzwasser bißfest garen und auf einem Sieb abgießen. Zum Fenchel in die Pfanne geben, ebenso
  • 50 g frisch geriebener Parmesan
Alles vermischen, auf einer Platte oder in einer flachen Schale anrichten und mit den Knusperbrösel bestreuen.


Rezeptidee: billa.at

ofengerösteter Blumenkohl mit tomatiger Würzpaste

04.12.2015
Blumenkohl - ein gerngesehenes Gemüse in der Biokiste. Dieses Mal kommt er geröstet aus dem Backofen daher, was wenig Arbeit macht und dem Kohl einen intensiven Geschmack gibt. Wer eine Käsekruste vermißt, der streut noch etwas Reibekäse oder Parmesan in den letzten Minuten darüber.


Zutaten
  • 1 mittelgroßer Blumenkohl
Den Blumenkohl in nicht zu kleine Röschen teilen, waschen und auf einem Sieb abtropfen lassen.

Zutaten für die Würzpaste
  • 6 EL Olivenöl
  • 2 gehäufte EL Tomatenmark
  • 1 TL Senf
  • 50 g frisch geriebener Parmesan
  • 1/2 TL getrockeneter Oregano
  • 1/2 TL Knoblauchgranulat
  • 1/4 TL Salz
  • etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zutaten in einer Schüssel zu einer Paste mit dem Schneebesen vermischen. Blumenkohl zufügen und mischen, bis die Paste alle Röschen bedeckt; ich mache das mit den Händen, da man dann die Paste ab Besten verteilen kann. In eine Auflaufform geben, die Röschen sollten dabei nicht übereinanderliegen.

Backofen auf 200°C U/O vorheizen und die Auflaufform in der Mitte des Backofens auf einem Rost 30-35 Minuten backen, bis die Röschen weich sind und dunkle Spitzen bekommen. Zwischendurch einmal umrühren.

Marmor-Schmalznüsse

03.12.2015
Vom weltbesten ofengeschmorten Sauerkraut hatte ich noch Schmalz übrig und habe mich daran erinnert, daß meine Mutter immer eine bestimmte Sorte Plätzchen damit backte. Es waren Schmalznüsse, die es entweder in hell oder dunkel mit Kakaopulver gefärbt gab. Ich habe daraus eine Marmorvariante gemacht. Der Biß ist unvergleichlich mürbe und gleichzeitig kross, einfach tolle Kekse, die nicht nur zu Weihnachten schmecken.


Zutaten
  • 150 g Schweineschmalz
  • 100 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 500 g Mehl, Type 405
  • 1 gestr. TL Hirschhornsalz
  • 30 g Kakaopulver
Schmalz mit Butter, Zucker und Vanillezucker mit den Rührbesen des Handrührgeräts schaumig schlagen, dann auf Knethaken wechseln. Mehl mit Hirschhornsalz mischen und unterkneten.

Eine Hälfte des Teiges abnehmen und mit Kakao verkneten. Wieder in eine Schüssel zusammen geben und locker mischen, dann zu einer Teigkugel formen. Der Teig ist sehr bröselig, das muß so sein. Teig in Folie einschlagen und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Dann mit einem Teelöffel soviel Teig abstechen und zu einer Kugel formen, daß sie ungefähr die Größe einer kleinen Walnuß hat. Wundert Euch nicht, daß der Teig so krümelt. Mit dem Finger eine Mulde in die Kugel drücken und dann mit der Mulde nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Die Teigkugeln sollten etwas Abstand haben.


Backofen auf 200°C U/O vorheizen und die Schmalznüsse 15 Minuten backen, danach unbedingt 10 Minuten auf dem Blech abkühlen lassen, da sie noch sehr weich sein, wenn sie aus dem Backofen kommen. Komplett auf einem Rost abkühlen lassen und dann luftdicht verschlossen aufbewahren.
Ich backe immer mit Unter-und Oberhitze Blech für Blech ab, mit Umluft müßten es 180°C sein, dann könnt Ihr mehrere Bleche gleichzeitig abbacken.
Uns schmecken sie am Besten, wenn sie mindestens einen Tag gelegen haben. Wer mag, kann auch auch noch Gewürze wie Zimt oder Spekulatiusgewürz unter den Kakaoteig mischen, damit es weihnachtlicher wird.

Lachs-Tiramisù

02.12.2015

http://www.greenway36food.blogspot.de/2015/12/lachs-tiramisu.html
Auch in diesem Jahr gibt es bei der lieben Zorra wieder einen kulinarischen Adventskalender und jeden Tag öffnet sich ein Türchen mit einer Leckerei. Ich habe das große Glück, dieses Mal mit einem Rezept im zweiten Türchen dabei zu sein und habe Euch ein Lachs-Tiramisù mitgebracht, das sich hervorragend als Vorspeise für ein Weihnachtsmenü eignet, aber auch die übrige Zeit des Jahres schmeckt. Es läßt sich schon am Vortag zubereiten, was ich immer ganz praktisch finde.

Weihnachten - das sind heute für mich nur einige freie Tage, als Atheist verbinde ich so gar nichts mehr damit und der Kommerz geht mir auch gehörig auf die Nerven. Als Kind jedoch erlebte ich Weihnachten völlig anders. Ich backte und bastelte sehr viel mit meiner Mutter, schmückte für mein Leben gern am Heiligmorgen den Baum und packte Geschenke ein - und natürlich noch viel lieber aus.
Unsere Familie bestand aus einer äußerst überschaubaren Anzahl von Mitgliedern und es gab Heiligabend immer abwechselnd bei uns oder meiner Patentante ein klassisches 3-Gang-Menü. Meine Mutter konnte gerade eben an der Reihe gewesen sein, aber sie machte sich ab dem 27.12. bereits Gedanken, was sie zum Fest in zwei Jahren anbieten könnte, machte Notizen und sammelte Rezepte, die sie aus Zeitschriften herausschnibbelte. 
Damals in den 70ern waren Sachen wie Kasseler im Brotteig oder ein Schichtdessert aus Götterspeise, Vanillepudding und Sahne der Renner. Auch an Wildgulasch, Burgunder- oder Krustenbraten und die gute niedersächsische Hochzeitssuppe kann ich mich gut erinnern.

Weihnachten 1977

Später, Ende der 80er, durfte es dann auch mal deftig Kartoffelsalat (zwei Sorten, mit Mayo und ohne) mit Würstchen sein, wobei es natürlich nicht nur eine Sorte Würstchen gab, sondern mindestens bei drei Metzgern die Theke leergekauft wurde. Irgendwie schwappte dieser 'Trend' auch zu uns herüber und noch heute gibt es das meist an Heiligabend bei uns. 

Räucherlachs gab es immer an den Weihnachtstagen zu Frühstück, frisch geschnitten vom Fischhändler, also keine folierte Ware. Meine Mutter meinte immer, das müsse man sich an solchen Feiertagen mal leisten. Heute gibt es auch im Supermarkt guten Räucherlachs. Ich achte immer auf das MSC-Siegel für zertifizierte, nachhaltige Fischerei und nehme am liebsten Wildlachs. Nun aber zu meinem Lachs-Tiramisù. Klassischerweise besteht es ja aus Löffelbisquit, getränkt mit Espresso und geschichtet mit einer Mascarponecreme, bestreut mit reichlich ungesüßtem Kakaopulver. Für die herzhafte Variante habe ich das natürlich ein bißchen umgewandelt. Das Lachs-Tiramisù läßt sich prima vorbereiten und abgefüllt in hübsche Bügelverschluß- oder Weckgläser macht es auch wirklich was her. Die Gläser sollten ca. 200 ml Inhalt haben, denn es soll ja nur eine kleine Vorspeise sein, die genug Platz für einen üppigen Hauptgang und ein köstliches Dessert läßt. Die Menge ist berechnet für vier Personen.


Zutaten für die Brotschicht
  • 6 Scheiben Pumpernickel
Pumpernickel in kleine Würfel von 0,5 cm Kantenlänge schneiden. In einer beschichteten Pfanne anrösten und dann abkühlen lassen. 8 EL für die Deko ganz fein zerbröseln und beiseite stellen.


Zutaten für die Gurkenschicht
  • 1/2 -1 Salatgurke, je nach Größe
  • 1 TL Salz
  • 1/4 TL Pfeffer
  • 1/2 TL Zucker
  • 1/2 TL getrocknete Dillspitzen
Die Gurke schälen und der Länge nach halbieren. Mit mit einem Löffel die Kerne rausschaben. Die Gurke grob raspeln und mit Salz, Pfeffer und Zucker mischen. 30 Minuten auf einem Sieb ziehenlassen, dann leicht ausdrücken. Mit Dill vermischen und mit einem Spritzer Zitronensaft, etwas Salz und Pfeffer würzig abschmecken.


Zutaten für die Lachs-Mascarponeschicht
  • 200 g Mascarpone
  • 150 g Naturjoghurt
  • 100 g Räucherlachs
Zutaten in einen hohen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab mixen, bis alles gut vermischt und der Lachs püriert ist. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft würzig abschmecken.

Nun geht es ans Schichten, ich nehme dafür gern Gläser mit Bügelverschluß mit ca. 200 ml Inhalt. Hübsch sind auch Weckgläser oder Weingläser mit Stiel. Zuerst kommt in jedes Glas eine Schicht Pumpernickel, darauf die Gurkenraspel und darauf die Lachs-Mascarpone-Creme. Zum Schluß wird mit den kleingebröselten Pumpernickeln bestreut.

Das Lachs-Tiramisù sollte jetzt für mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchziehen, man kann es aber auch schon am Vortag zubereiten.


Ich wünsche Euch und Euren Lieben eine wunderschöne Weihnachtszeit
und noch viel Spaß beim Öffnen der weiteren Türchen!

Monatsmosaik November 2015

30.11.2015
War das ein bunter Monat, der November. Durch meine dreiwöchige Arbeitsunfähigkeit sind eine Menge Rezepte zusammengekommen, einen Favoriten kann und möchte ich Euch nicht wirklich nennen.

Das war der November im Greenwaycastle:
 
 

Vielleicht habt Ihr Lust und geht nochmal stöbern?!

Übernacht-Kartoffel-Zwirbelbaguette

30.11.2015
Mir kam die Idee, ein Baguette zu backen und das mit einer Übernachtgare, so daß man am nächsten Morgen nur noch formen und abbacken muß. Herausgekommen ist ein phantastisches Baguette mit einer herrlich saftigen und doch lockeren Krume und einer krachenden Kruste. Die entsteht nicht zuletzt durch das Backen auf meinem Pizzastein, den ich immer richtig aufheize. Ich habe es, weil der Teig sehr weich war, wieder verzwirbelt, was einen wunderschönen Effekt gibt.

 
Zutaten
  • 600 g festkochende Kartoffeln
Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, auf einem Sieb abgießen und komplett abkühlen lassen. Pellen und durch eine Kartoffelpresse geben. 500 g abwiegen und in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.
  • 500 g Weizenmehl, Type 550
  • 12 Gramm Salz
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 250 ml lauwarmes Wasser
Zutaten zu den Kartoffeln geben und mit Knethaken 3 Minuten zu einem Teig verkneten, dieser ist sehr klebrig. Eine Schüssel mit Deckel, möglichst flach, ausmehlen, Teig hineingeben und plattdrücken. Auch von oben bemehlen und dann zugedeckelt eine Stunde bei Zimmertemperatur anspringen lassen. Dann über Nacht im Kühlschrank parken. Am nächsten Morgen aus dem Kühlschrank holen und gleichzeitig den Pizzastein 45 Minuten bei 250°C U/O auf der zweten Schiene von unten vorheizen, auf den Boden des Backofens ein Blech einschieben.


Arbeitsplatte kräftig bemehlen und Teig daraufgießen, er ist sehr weich. Auch von oben bemehlen und in zwei Teile schneiden. Diese mehrfach verzwirbeln.


Teiglinge auf den Pizzastein legen und ein Glas Wasser auf das Blech gießen, 10 Minuten backen. Dann durch kurzes Öffnen der Backofentür den Dampf entweichen lassen, Temperatur auf 230°C U/O reduzieren, weitere 10 Minuten backen. Dann die Baguettes leicht mit Wasser besprühen und 10 Minuten backen. Baguettes auf einem Rost vollständig auskühlen lassen.