2widos op Jück in Hamburg ~ die Bullerei von Tim Mälzer

01.09.2015
Anfang August waren wir über`s Wochenende in Hamburg, da wir Karten für Wolfgang Trepper und Mary Roos mit ihrem grandiosen Programm 'Nutten, Koks und frische Erdbeeren' im Schmidts Tivoli hatten. Und wenn man schonmal in dieser wunderschönen Stadt unterwegs ist, möchte man ja auch lecker essen gehen. Ich hatte einen Tisch in der Bullerei im Hambuger Schanzenviertel reserviert, die von Tim Mälzer und Patrick Rüther geführt wird. Das Restaurant, eine Mischung zwischen Werk-und Lagerhalle hat schon einen besonderen Charme, die Einrichtung ist chick-rustikal, echt was zum Wohlfühlen.


Wir saßen in einer langen Reihe von Zweiertischen ziemlich dicht an den Nachbarn, aber so kam beim Gucken auf die Teller der anderen und beim Pfeffermühlerüberreichen ein kleines Gespräch auf, was durchaus nett war. 
 

Die Speisekarte kam schlicht und einfach daher und enthielt eine angenehm überschaubare Anzahl von Gerichten. Dazu kamen noch ein paar an die Backsteinwand projezierte Tagesgerichte. Wir ließen uns vom supernetten Kellner einen Gin Berry zum Aperitiv empfehlen, dazu wurde etwas Brot und Kräuterquark gebracht. Im Vorfeld hatte ich schon von der sagenhaften Burrata gelesen, und da man die hier in Deutschland fast nirgends in akzeptabler Qualität bekommt, gab es eine für uns beide zur Vorspeise.


Sie war deklariert für zwei und da frage ich mich dann doch, warum nur ein Brotsegel darin steckte. Wie auch immer: sie wurde ihrem Ruf mehr als gerecht, ein absoluter Genuß! Wir entschieden uns im Hauptgang für ein Steak, ein Teres Major, von dem ich vorher noch nie gehört hatte. 300 g wog es und kam mit Chimichuri-Sauce, Maiskolben und wahlweise Gurkensalat oder Grünem Salat. Dazu bestellten wir Kartoffelstampf und gebratenen grünen Spargel mit Parmesan. Leider muß ich sagen, daß ich das Hauptgericht insgesamt schwach fand. Das Fleisch war von hervorragender Qualtität, allerdings war es aufgrund der Form nicht perfekt gebraten. Es läuft zum Ende hin sehr dünn zu und war dort mehr als durch, während die dickere Mitte fast roh und nicht medium war. Ich habe es allerdings nicht reklamiert, da man es durchaus essen konnte und ich auch bei einem neuen Stück keinen besseren Gargrad erwartet habe. Leider waren Fleisch, Salate und ganz besonders die Sauce nicht richtig gewürzt, alles war lasch und konnte mindestens Salz und Pfeffer vertragen. Verliebt war der Koch an diesem Abend auf keinen Fall...


Auf ein Dessert haben wir verzichtet, da uns überhaupt nichts in der Karte ansprach. Insgesamt haben wir 116 Euro bezahlt. Ein stolzer Preis, aber das wußten wir ja vorher. Ich fand es durchaus lecker, aber hätte in jedem anderen guten Steakrestaurant ebenso gut, vielleicht besser und wahrscheinlich etwas günstiger gegessen. Hier kann ich übrigens das Delta Bistro sehr empfehlen.
Mitgenommen habe ich mir noch ein Glas Honig, der auf dem Dach der Bullerei von drei Bienenvölkern produziert wird. Da mir genau wie TIm Mälzer Bienen sehr am Herzen liegen, finde ich die Idee einer Stadtimkerei klasse und sowas muß ich unterstützen.


Und jetzt habe ich noch zwei Hamburg-Tips für Euch. Mein erster Tip ist, mal einen anderen Blick auf die Landungsbrücken zu werfen. Gebt im Navi die Straße 'Am Fährkanal' ein und fahrt bis zum Wendehammer. Dort findet Ihr nicht nur einen kleinen feinen Strand, sondern habt auch einen tollen Blick auf Landungsbrücken, Michel und Elbphilharmonie. Außerdem könnt Ihr von dort durch den alten Elbtunnel zu den Landungsbrücken rüberlaufen. 


Mein zweiter Tip ist die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft in Wedel. Hier werden die in die Elbe einfahrenden Schiffe mit einer Lautsprecheranlage begrüßt. Man erfährt, woher das Schiff, egal ob Frachter oder Kreuzfahrtschiff, gerade kommt, wieviele Bruttoregistertonnen es hat und als Krönung ertönt die Hymne des Landes, unter dessen Flagge es fährt. Ein sehr schöner Ort und eine witzige Idee, zumal die meisten Schiffe durch Ertönen des Schiffshorns kräftig zurückgrüßen.


Und wenn man Appetit auf Backfisch oder Krabben hat, dann muß man unbedingt dort bei Isi´s Fischspezialitäten einkehren. Zum gemütlichen Sitzen unter'm Sonnenschirm kommt wahlweise der Gratisblick auf die Elbe oder auf die Motorräder dazu, die sich dort gern einfinden. Das Essen ist einfach, wie es sich für einen Imbiss gehört, aber sowas von lecker...


Hamburg, meine Perle - wir kommen wieder!

Kommentare:

  1. Hallo Tanja ,

    wir waren dieses Wochenende auch in Hamburg und ich wäre auch gern in die Bullerei, da ich Tim Mälzers Küche sehr mag. Aber mein Mann ist da nicht so interessiert. Daher vielen Dank für deinen Bericht. Hamburg an einem Tag ist echt zu kurz. Wir waren nur in der Hafencity unterwegs und waren irgendwann Lauf-müde. Wenn ich deinen Tip eher gekannt hätte, wären wir sicher dort hin gefahren. Vielen Dank für deinen Bericht.

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    1. Hallo Katrin,

      ich war schon oft auch im Arbeitseinsatz in Hamburg und ich liebe diese Stadt, ein Tag ist da wirklich nichts. Vielleicht ergibt sich ja mal die Gelegenheit und Du hast etwas mehr Zeit.

      Liebe Grüße
      Tanja

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