kulinarisches Kuriositätenkabinett Teil 1 ~ von belegten Brötchen und ihrer korrekten Zubereitung

22.03.2019
Als ich neulich abends im Netz unterwegs war, stieß ich auf der Seite eines Jugendzeltsommerlager aus dem Jahr 2002 auf dieses bahnbrechende Rezept für belegte Brötchen.

Endlich hat es mal jemand für die Nachwelt zu Papier gebracht, denn wer hätte gedacht, daß man genau 12 g Margarine auf jede Brötchenhälfte schmieren muß? Und daß man die Brötchen mit dem Belag nach innen zusammenklappen muß? Und die Brötchen nicht etwa auf einem Brettchen oder Teller, sondern auf einem Tablett anbieten muß?
Belegte Brötchen

Zutaten:
1 Brötchen
Margarine
Erdbeer-Marmelade 
Man nehme ein Brötchen und halbiere es mit einem Brot-Messer längsseitig.
Danach bestreicht man die Ober- und Unter-Seite mit je 12 g Margarine.
Desweitern bestreicht man dann gleichmäßig die Seiten mit 30-35 g Erdbeer-Marmelade.
Zum Schluß die beiden Hälften (bei Mehreren darauf achten das es eine Ober und eine zugehörige Unterseite gibt) mit den Belag nach innen zusammenklappen und auf einem Tablett anbieten. 
Als Getränk empfehlen wir: Kakao 
Hinweis: bei Aufstrichen, wie Nutella oder Kirsch-Marmelade, die Erbeer-Marmelade austauschen. Bei Wurst oder Käse den Aufstrich gegen Wurst- bzw. Käse-Scheiben austauschen.
Elementare Fragen, die sich mir jedoch stellen sind:

Kann man auch statt der Margarine Butter nehmen?
Kann man die Brötchen durch Brot ersetzen?
Und wie setzt man die Brotscheiben dann zusammen, wenn es keine Ober-und Unterseite gibt?
Was passiert, wenn 13 g Margarine auf einer Brötchenhälfte landen? Wird man dann aus dem Zeltlager ausgeschlossen?
Und wer wiegt das überhaupt alles ab?
Muß man vereidigter Wiegemeister sein, um die Mengen abzuwiegen? (ich wär´s, aber darf nur öffentliche Waagen in Sachsen-Anhalt bedienen)

Ich gehe dann mal im Zeltlager nachfragen, die wiegen und schmieren bestimmt immer noch... ;o)

Espresso-Schokoladen-Granola

13.03.2019
Nach etwas über zwei Jahren wird es mal wieder Zeit für ein neues Granola-Rezept, denn diese knusprige Beigabe zum Frühstücksjoghurt begleitet mich oft ins Büro. Selbstgemacht hat man die Zutaten und vor allem den Zuckergehalt im Griff, der mich bei Produkten im Supermarkt immer zusammenzucken läßt.
Nach meinem Kokos-Mandel-Granola, das ich oft zubereite und dabei immer mal wieder abwandele, sprang mir auf einer meiner Blogrunden ein Rezept ins Auge, das durch die Beigabe von Espresso sehr verlockend klang. Die Menge paßt genau auf ein Blech, zum Aufbewahren in ein Einliterglas und der Geschmack ist für Kaffeeliebhaber einfach nur köstlich.

Espresso-Schokoladen-Granola

Zutaten
  • 45 g Kokosöl
  • 60 g Agavensirup
Kokosöl und Sirup bei kleiner Hitze in einem nicht zu kleinen Topf schmelzen.
  • 10-12 g Instant-Espressopulver (5 - 6 Tassenportionen)
Espressopulver zufügen und unterrühren, den Topf von der Flamme nehmen.
  • 300 g kernige Haferflocken
  • 40 g Leinsamen
Haferflocken und Leinsamen in den Topf geben und gründlich am Besten mit einem Silikonspachtel unterrühren, bis die Haferflocken komplett und gleichmäßig ummantelt sind. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Haferflockenmischung gleichmäßig darauf ausbreiten.

Backofen auf 130°C Umluft vorheizen und das Granola in der Mitte des Backofens 30-35 Minuten backen, bis es goldgelb ist, dabei nach der Hälfte der Zeit einmal umwenden Aus dem Backofen nehmen - es ist dabei noch leicht weich - und komplett abkühlen lassen, dabei knuspert es auf. Wenn es kalt ist, in eine Schüssel geben, dabei zerkrümeln.
  • 100 g Schokotropfen
Schokotropfen untermischen und Granola in ein luftdicht schließendes Gefäß zur Aufbewahrung geben.

Espresso-Schokoladen-Granola

Meine Tips:
  • statt Agavensirup kann auch Kokosblütensirup, Reissirup oder flüssiger Honig benutzt werden
  • statt kerniger Haferflocken kann auch eine andere kernige Flockenmischung benutzt werden
  • wer mag, mischt noch ein paar Mandelstifte, gehackte Nüsse oder Kokosraspel mit den Haferflocken zusammen drunter 
  • für einen besonderen Pfiff sorgt etwas Zimt, den man zusammen mit dem Espressopulver dazugibt
  • den Leinsamen kann man zur Hälfte oder komplett gegen Sesam tauschen
  • statt der Schokotropfen kann auch die Lieblingsschokolade kleingehackt zugegeben werden

Espresso-Schokoladen-Granola

Rezeptquelle: Meine Torteria

Raspelgemüsesuppe mit Bohnen

11.03.2019
Heute habe ich erneut ein Suppenrezept im Gepäck, aber solange das Wetter noch so usselig ist, koche ich am Sonntagnachmittag für den Montag ganz besonders gern Suppen und Eintöpfe vor, weil sie sich prima aufwärmen lassen und dann meist nochmal so gut schmecken. Im Vorratsregal habe ich einige angefangene Sorten Bohnenkerne gefunden, dazu ein Bund Suppengemüse, Kartoffeln, ein einsame Pastinake und eine Stange Lauch aus dem Kühlschrank und fertig ist ein wunderbarer Bauchwärmer. Das Besondere ist, daß die Gemüsesorten auf einer Vierkantreibe grob geraspelt werden, denn so wird die Suppe schön rund und das Gemüse bleibt noch erkennbar.

Raspelgemüsesuppe mit Bohnen

Zutaten
  • 250 g Bohnenkerne nach Wahl (ich hatte zu gleichen Teilen Pinto, Borlotti und Augenbohnen)
Bohnenkerne einen Tag im Voraus in reichlich kaltem Wasser einweichen. Dann in dem Einweichwasser ohne Zugabe von Salz weichkochen, das dauert eine ganze Weile. Auf einem Sieb abschütten.
  • 1 gehäufter EL Butterschmalz
  • 1 Zwiebel, gewürfelt  
  • 1 TL Salz
  • 700 g gemischtes Gemüse, z.B. Möhre, Sellerie, Lauch, Pastinake, Kartoffeln, grob geraspelt bzw. der Lauch in kleinen Würfeln, der läßt sich nicht raspeln
Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel mit Salz darin anschwitzen. Gemüse zugeben und 5 bis 10 Minuten unter gelegentlichem Rühren bei etwas reduzierter Hitze anschwitzen.
  • 40 g Tomatenmark
  • 1 l Rinderfond zum Beispiel nach meinem Rezept oder Gemüsefond
Tomatenmark zugeben und kurz mitbraten. Fond zugeben, aufkochen und zugedeckelt auf kleiner Flamme 10 Minuten kochen lassen. Bohnenkerne zufügen und mit Salz abschmecken; je nach Intensität des Fonds ist hier mehr oder weniger nötig.
  • 4-5 EL krause, gehackte Petersilie
  • 150 - 200 g Würstchen in Scheiben (ich hatte 6 kleine Geflügelwiener aus dem Glas)
Petersilie und Würstchen zugeben, kurz erwärmen und genießen.

Raspelgemüsesuppe mit Bohnen

Meine Tips:
  • statt der Würstchen kann man auch kross ausgelassene Speckwürfel - oder Streifen, Mettenden oder andere Wurst zugeben
  • wer es vegetarisch mag, nimmt Gemüsefond und läßt die Würstchen weg
  • wer es rahmig mag, gibt noch etwas Sahneschmelzkäse hinzu
  • statt der Bohnen oder auch zusätzlich kann man separat gekochte Nudeln zufügen 
  • wer keine Zeit hat, die Bohnen einzuweichen, nimmt gegarte aus der Dose
  • wenn Du den Fond aus Fleisch selbstgekocht hast, kannst Du dieses auch kleingewürfelt zugeben

rahmiger Gemüse-Eintopf mit Mettenden

04.03.2019
Optisch gleicht dieser Eintopf ein bißchen der Kartoffel-Lauch-Käsesuppe mit Würstchen, aber dieses Mal kommt zum guten Schluß ein bißchen Sahne mit Stärke verrührt als leichte Bindung und Cremigmacher dazu. Ein köstlicher Eintopf, der wunderbar wärmt und gleichzeitig durch das viele Gemüse schön frisch schmeckt.

rahmiger Gemüse-Eintopf mit Mettenden

Zutaten
  • 1 El Öl
  • 1 Zwiebel, in feinen Würfeln
  • 1 gestrichener TL Salz
Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel mit Salz darin farblos anschwitzen.
  • 1 Bund Suppengrün (200 g Möhre, 100 g Sellerie, 100 g Lauch), in kleinen Würfeln bzw. Halbscheiben
  • 500 g Kohlrabi, in Stiften oder Würfeln, evtl. vorhandes zartes Grün fein gehackt
  • 300 g festkochende Kartoffeln, in Würfeln
Gemüse in den Topf geben und 5 Minuten unter gelegentlichem Umrühren ebenfalls anschwitzen.

rahmiger Gemüse-Eintopf mit Mettenden

  • 1 l Gemüsefond
Fond angießen, aufkochen, Hitze reduzieren und 15 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
  • 4 Mettenden, ca. 350-400 g oder eine andere geräucherte Wurst
Mettenden der Länge nach halbieren, in 1 cm breite Stücke schneiden und in einer beschichteten Pfanne knusprig anbraten. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  • 1 EL Speisestärke
  • 200 ml Sahne
Stärke und Sahne gründlich verrühren, bis sich die Stärke aufgelöst hat. Sahne zur Suppe geben, einmal aufkochen lassen, dabei vorsichtig am Besten mit einem Silikonspachtel umrühren. Mettenden zugeben, mit Salz (habe ich nicht mehr gebraucht, da die Mettenden auch noch Würze bringen) und frisch geriebener Muskatnuß abschmecken.
  • 2 EL glatte, fein gehackte Petersilie
Petersilie untermischen und servieren.

Meine Tips:
  • die Suppe eignet sich prima zum Wiedererwärmen und auch zum Einfrieren
  • die Gemüsesorten können variiert werden, es sollte nur ungefähr bei der Gesamtmenge bleiben
  • statt der Mettenden können auch Würstchen in Scheiben zugegeben werden
  • wer mag, gibt noch einen Klecks Senf (mittelscharf und/oder körnig) für etwas Pfiff in den Eintopf

rahmiger Gemüse-Eintopf mit Mettenden

Currywurstsauce mit Cola und Apfelmus

02.03.2019
Eine Currywurstsauce mit Cola und Apfelmus klingt erstmal komisch, aber nachdem die Gewürzgurken in der Currysauce à la Sansibar schon so ungewöhnlich klangen und super schmeckten, bin ich da sehr experimentierfreudig. Eine gute Sauce ist genauso wichtig wie die Wurst an sich, und da streiten sich ja in Deutschland die Regionen gern mal. Bratwust, Currybockwurst, Wurst ohne oder mit Pelle... nimm, welche Du willst, die Sauce schmeckt immer dazu.

Currywurstsauce mit Cola und Apfelmus

Zutaten
  • 400 ml Cola, bitte kein Light-oder Zeroprodukt
  • 300 g Tomatenketchup
  • 150 g Tomatenpolpa oder stückige Tomaten
  • 150 g Apfelmus
  • 10 g mildes Currypulver
  • 2 EL Worcestershire Sauce
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 TL Tabasco
Die Cola in einen Topf geben und bei voller Hitze auf 1/4 einreduzieren. Topf von der Flamme nehmen, die restlichen Zutaten zur Cola geben und gründlich umrühren. Topf zurück auf die Flamme stellen und bei niedriger Hitze einmal aufkochen - Vorsicht! Es blubbert und spritzt dabei! Nochmals abschmecken, evtl. magst Du es ja noch schärfer oder mit etwas mehr Curry.

Wenn Du stückige Tomaten verwendet hast, kannst Du nach Belieben jetzt noch einmal mit dem Pürierstab durchgehen, damit die Sauce schön glatt wird.

Man kann die Sauce sofort genießen, ich empfehle jedoch, sie einen Tag im Voraus zuzubereiten und kaltzustellen, so zieht sie schön durch. Zum Servieren einfach separat erwärmen oder Wurst in Scheiben anbraten, ein paar Eßlöffel Sauce zugeben, unterrühren und kurz erwärmen lassen.

Currywurstsauce mit Cola und Apfelmus

Rezeptinspiration: Hit Radio FFH-Grillinstructor Daniel Fischer